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2017 06 19 Roemer ZILE Bescheide Minister Meyer klein 119Umbau der Grundschule Elm zum Bürgerhaus kann beginnen. Stadt erhält Fördermittelbescheid von Agrarminister Meyer.

Zusammen mit der Landesbeauftragten für Regionalentwicklung, Jutta Schiecke hat Agrarminister Christian Meyer im Heidekreis sechs Förderbescheide für Projekte zur Entwicklung des ländlichen Raumes den Antragstellern persönlich übergeben. Die Bescheide stehen stellvertretend für 275 Anträge, die im Gebiet des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg in diesem Jahr bewilligt werden. „Sie sind beispielhaft für das Engagement vieler Menschen zur Erhaltung der Attraktivität in Niedersachsens ländlichen Räumen“, hob der Minister hervor.

Eines dieser Projekte ist der Umbau der 2015 geschlossenen Grundschule Elm zu einem Bürgerhaus. Das derzeit teilweise ungenutzte Schulgebäude wird ortsbildtypisch umgebaut und umgenutzt. Dabei sollen barrierefrei gestaltete Versammlungs- und Gruppenräume hergerichtet sowie die erforderliche Gebäude- und Sanitärtechnik modernisiert werden. Zudem sollen Räumlichkeiten für das künftige Heimatarchiv geschaffen werden. Das Vorhaben trägt als ländliche Gemeinschaftsanlage zur Stärkung bzw. Verbesserung der sozioökonomischen Strukturen und zur Förderung des Gemeinwesens in Elm erheblich bei. Es leistet als "Leuchtturmprojekt" einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Dorfgemeinschaftslebens in Elm.

Hervorgegangen sind die Ideen für das Bürgerhaus Elm aus der Dorfgemeinschaft. Unter Federführung des Ortsbürgermeisters Erich Gajdzik und des Elmer Ortsrats wurden in Bürgerwerkstätten die vielfältigen Ideen zur Nutzung eines zukünftigen Bürgerhauses entwickelt und zusammengetragen. Aus Anlass der endgültigen Schließung der Schule hat die Dorfbevölkerung im Herbst 2015 einen Denk- und Beteiligungsprozess unter dem Motto „Wir wollen Zukunftsdorf und nicht Schlafdorf werden“ organisiert und daraus im Rahmen einer Bürger- und Ideenwerkstatt sowie weiterer Abstimmungsrunden das Projekt „Elmer Bürgerhaus“ entwickelt.

Das durch die Bürger- und Ideenwerkstatt entwickelte Raum- und Nutzungskonzept sieht die Nutzung für kulturelle Veranstaltungen jeglicher Art, wie z. B. Theater, Konzerte oder Vortragsveranstaltungen vor. Auch die Nutzung als offener Treffpunkt, speziell auch für Senioren und Jugendliche (bspw. Frühstückstreffs oder Kaffeenachmittage), ist geplant.

Des Weiteren wäre das „Elmer Bürgerhaus“ auch als Übungsraum für den Elmer Spielmanns- und Musikzug und die Elmer Tanzgruppen bzw. für Musikunterricht geeignet. Eine Bücherei mit einem „Lesenest für Kinder“ soll integriert werden.

Das Heimatarchiv hat derzeit für seine Bestände (allein 60.000 Fotos) keine Kapazitäten; bislang werden ausschließlich private Räumlichkeiten zur Archivierung genutzt. Es soll ebenfalls in der Einrichtung untergebracht werden.

Beratungs- und Bildungsangebote, Kreativkurse sowie die Nutzung für soziale Angebote runden die vielfältig entwickelten Ideen ab.

Dieses Gesamtkonzept war dann die Basis für die Formulierung des Förderantrags durch die Stadtverwaltung, der nun positiv entschieden worden ist. Insgesamt konnten Fördermittel von 331.011 € bewilligt werden. Das entspricht einer Förderquote von 63 % der förderfähigen Kosten. Die voraussichtliche Gesamtinvestition der Maßnahme liegt bei ca. 539.000 €.

Wie das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg mitteilte, werden aus dem Programm „Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung“ (ZILE) jetzt rund 26,5 Millionen Euro an öffentliche oder private Projektträger der Region vergeben. Davon stammen rund 17 Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER und etwa 9,5 Millionen aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK). Aus dem ZILE-Programm werden etwa die Einrichtung von Dorfläden oder Hofcafés, soziale Projekte, ländlicher Tourismus, Projekte zur Erhaltung des Kulturerbes, aber auch Flurbereinigungen und der ländliche Wegebau gefördert. Neu ist die Möglichkeit, auch Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern bei ihren Investitionen in die Grundversorgung der Menschen zu fördern.